Dr. Erika Fuchs

Ab 1951 bearbeitete die promovierte Kunsthistorikerin Disney-Material und wirkt über Jahrzehnte als Chefredakteurin des Micky Maus-Magazins. Noch heute ist die 90-jährige Große Dame des Entenhumors im Rahmen der Barks Library für den Egmont Ehapa Verlag als Übersetzerin tätig.

Mit viel Einfühlungsvermögen verhilft sie dem Duck-Clan zum richtigen Wort in den Sprechblasen. Der offenbar subtile Witz bietet schöpferische Sprachgestaltung auf hohem Niveau. Kenner schätzen die angewandten Stilmittel, erfreuen sich an lautmalerischen Verben oder an humorvollen Alliterationen. Geschmunzelt werden darf auch über so manch klassisches Zitat im Dienst karikierender Überzeichnung.

Nicht selten sind die dem guten, alten Friedrich Schiller entliehen. Erika Fuchs gibt denn auch zu: "Man kann gar nicht gebildet genug sein, um Comics zu übersetzen". Mit ihren trefflichen Textbearbeitungen Duckscher Eskapaden - die bei Barks in Duckburgh spielen, bei Fuchs in Entenhausen - verzauberte sie in Deutschland schon Generationen von Lesern. Ist ja auch zu komisch, wenn Donald zur Begleitung auf dem Besen seinen Schmachtfetzen "Und lieg ich dereinst auf der Bahre, dann denkt an meine Guitahre..." anstimmt und wem fiele es schon ein, einen riesigen Alligator mit aufgerissenem Rachen als Lurch zu bezeichnen.

In Anerkennung dieser Leistung wurde sie am 16. November 1994 mit ihrem ersten Kulturpreis, der Morenhovener Lupe ausgezeichnet. Bereits im Juli des gleichen Jahres kommt es in München zu der denkwürdigen Begegnung zwischen Erika Fuchs und Carl Barks. Obwohl durch die Arbeit am Disney-Material ein über Jahrzehnte währender Berührungspunkt gegeben ist, hatten sich die beiden bis dahin nie persönlich kennengelernt.

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